Im Internet versagt das Bauchgefühl
Elternabend über digitale Lebenswelten an der Realschule
 
Niederviehbach. (cg) Mobbing ist allgegenwärtig und in jeder Form kontraproduktiv und unakzeptabel, so die einleitenden Worte von Elternbeiratsvorsitzender Gabriele Loibl beim Elternabend im Festsaal der Realschule Sankt Maria am Montagabend.

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Mit dem Thema "Kinder und Jugendliche in digitalen Lebenswelten" hatte der Elternbeirat viele Eltern und Schüler mobilisieren können, der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. "Immer im Gespräch mit den Kindern und im Kontakt mit den Lehrern bleiben", so der Rat von Loibl. Schüler und Eltern müssen den Mut haben sofort zu reagieren.


Digitale Welten 3Als Referent kam Bruno Lux, der bis zu seinem Ruhestand im vergangenen Jahr, zwölf Jahre Leiter der staatlichen Schulberatungsstelle für Niederbayern war. In grüne und rote Bereiche teilte Lux seinen sachlichen Vortrag. In Chats, Spielen oder sozialen Netzwerken gebe es diese Bereiche. Werden Grenzen überschritten, so seien immer Verletzungen des Urheberrechts oder von Persönlichkeitsrechten im Spiel. Gefährlicher als strafrechtliche Konsequenzen seien zivilrechtliche Folgen für Kinder und Jugendliche. Gefahr bergen beispielsweise digitale Beichtstühle. Auch wenn man nicht alles glauben dürfe, was dort zu lesen sei, so versage dort oft das Bauchgefühl.
Juuport-Scouts empfehlen dazu sinnvolle Regeln, wie Vorsicht mit Namen und Adressen oder persönlichen Daten. Niemand würde sich mit diesen Angaben und einem Schild im realen Leben auf den Marktplatz stellen, so Lux. Digitale Welten 4
Gefährlich sei auch die Selbstdarstellung und das Filmen diverser Mutproben, mit denen man häufig selbst die Grundlage für Mobbing liefere. Challenges für Magersucht bis in den Tod gäbe es mit Whats App Gruppen der "Pro Ana, Mia oder Atte"-Szene. Aber auch einfache Selfies könnten durch weiterleiten schnell außer Kontrolle geraten. Noch gefährlicher werde es mit "Fakechats" mit sexuellen Motiven und Erpressungen. Hier sei Hilfe der Eltern und nicht Strafe gefragt. Cybermobbing bedeute einen Eingriff ins Privatleben rund um die Uhr. Beteiligt seien nicht nur Geschädigte, Ausführende, Assistenten und Unterstützer, sondern als stärkste Gruppe, die Zuschauer. Auch dazu gab Lux viele Tipps, zum Erkennen und für sinnvolle Reaktionen und gab weitere Informationsquellen.